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Deichbruch

Wir biegen links ab und gelangen auf die Deichstraße. Gleich die erste Infotafel gibt Auskünfte zum Thema Deich und Deichsicherheit. Dazu gehören auch die Schafe, die wir rechts auf dem Deich sehen. Die Tiere sind wertvolle Helfer, wenn es darum geht, Deiche stabiler zu machen. Sie halten die Grasnarbe kurz und verdichten beim Laufen den Erdboden.

Gäbe es keinen Seedeich, würde die Westermarsch zweimal täglich zur Zeit des Tidehochwassers völlig überflutet, so dass nur wenige höher gelegene Flächen und aufgehöhte Wohnplätze (Warfen) aus dem Wasser herausragten. Bei schweren Sturmfluten stünde das salzige Seewasser ohne den Deich sogar bis zu drei oder vier Metern über dem Land. Eine dichtere Besiedlung und erfolgreiche Landwirtschaft ist in der Marsch erst seit dem Beginn des Deichbaus vor rund 1000 Jahren möglich.

So brach nach der sehr schweren Weihnachtsflut von 1717 der unmittelbar an das niedrige Watt grenzende Hauptdeich (Schardeich) zwischen Norddeich und Utlandshörn (an der Deichecke zur Leybucht) gleich an sechs Stellen, so dass tiefe, breite Kolke sowie großflächige Böschungsschäden entstanden. Weil der Deich nicht mehr zu reparieren war, wurde 1721 bis zu 500 Meter landeinwärts ein neuer gebaut. Dieser brach allerdings während der Orkanflut vom 03. Februar 1825 hinter dem Kolk, einer alten Bruchstelle. Noch heute lässt sich diese Stelle, die etwa auf der Höhe des heutigen Campingplatzes Norddeich liegt, an dem äußeren Deichfuß erkennen: Er wurde aus Sicherheitsgründen breiter angelegt. Um 1900 wurde der Fuß des Schardeiches zudem durch ein Basalt-Fußdeckwerk gesichert.

Nach den Orkanfluten von 1962 in Norddeutschland, bei denen es im Raum Hamburg über 300 Tote gab, wurden die Deiche ein weiteres Mal erhöht und verstärkt, wobei die Böschungen abgeflacht wurden. Als zusätzlichen Schutz vor den zerstörerischen Kräften des Seegangs erhielt der Deich vor der Westermarsch oberhalb des Basalt-Fußdeckwerks eine Asphaltbetondecke bis zu einer Höhe von fünf Metern über Normalnull. An der Leybucht, wo ein grünes Vorland den Deich vor extrem hoher Belastung durch starken Seegang schützt, kann - wie beim Vorlanddeich üblich - auf dieses Deckwerk verzichtet werden und die Deichhöhe somit geringer bleiben.





Norddeich Live
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