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Boßeln - Was ist das?

Auf den ostfriesischen Strassen hält sich das Gerücht, dass sich Gäste ganz aufgeregt bei der Polizei gemeldet haben sollen und dort auf einen gewissen Umstand hingewiesen haben sollen.

Kurz gesagt, da laufen ganz viele Leute auf den Strassen herum und werfen mit Bällen. Nun liebe Gäste, keine Angst, denn hier wird der ostfriesischen Traditionssportart Boßeln nachgegangen.

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  • bosseln
  • bosselstrecke

Trotz vieler Ähnlichkeiten mit anderen Sportarten (Bowling, Kegeln, Boccia usw.) trifft kein Vergleich die Eigenart des Boßelsports:

Boßeln ist ein traditioneller friesischer Volkssport getreu dem Motto "Der Friese lernt erst Laufen und dann Boßeln." Es hat sich in den letzten Jahrzehnten immer mehr zu einem Breitensport entwickelt. Auf ausgebauten Straßen gewann das Boßeln immer mehr Freunde, und es wird in fast allen Dörfern Ostfrieslands in Vereinen betrieben.

Boßeln und Klootschießen: beide Sportarten werden oft als Klootschießen bezeichnet, da sie beide mit einem Kloot, einer Kugel, ausgetragen werden. Boßeln ist eine Art Kegeln auf der Straße; die Kugeln aus Holz oder aus Gummi sind 10,5 bis 12 cm groß und wiegen bis zu 1290g.

Technisch schwierig ist das Klootschießen mit einer durch- gebohrten und mit Blei ausgegossenen Holzkugel auf überfrorenen Weiden; sie ist rund 6 cm groß und bis zu 475 g schwer.

Beim Boßeln sind die verschiedenen Straßenverhältnisse die größte Herausforderung. Beim Klootschießen läuft der Werfer über eine Matte (dient als Standsicherheit) auf einer Art Rampe. Von dieser springt er ab und wirft den Kloot mit einer Körperdrehung und einer schnellen Armbewegung durch die Luft. Bei beiden Sportarten geben Bahnweiser, die vorher die Strecke ablaufen den Werfern Hilfestellung. Im Kreis-Klootschießerverband (Altkreis Norden) gibt es 7500 Mitglieder, 4000 aktive Boßler und 500 Klootschießer. Ziel ist es, mit den Würfen die größte Weite zu erzielen.

Klootschießen wird 1510 zum ersten Mal erwähnt, das Boßeln ist wesentlich jünger. 1902 wurde der "Friesische Klootschießerverband" gegründet. Klootschießer des FKV demonstrierten 1913 auf dem deutschen Turnfest in Leipzig Boßeln, Klootschießen und Schleuder- ballwerfen den ersten Wurf über 100 m warf Gerd Gerdes aus Utgast 1935, ein Rekord, der erst 50 Jahre später übertroffen wurde. Vom FKV wurden 1963 die Mannschaftsmeisterschaften und 1972 die Einzelmeisterschaften im Straßenboßeln eingeführt. Seit Ende der 60er Jahre gibt es alle 4 Jahre internationale Begegnungen im Boßeln und Klootschießen.





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