Im Rhythmus von Ebbe und Flut
Ebbe ist das Fallen des Wassers von einem Hochwasser (HW) bis zum folgenden Niedrigwasser (NW).
Flut ist das Steigen des Wassers von einem Niedrigwasser bis zum folgenden Hochwasser.
Den höchsten Stand der Flut bezeichnet man als Tidehochwasser, den niedrigsten Stand der Ebbe folglich als Tideniedrigwasser. Den Höhenunterschied zwischen Hoch- und Niedrigwasser bezeichnet man als Tidenhub.
In Norddeich beträgt der mittlere Tidenhub ca. 2,50 m. Durch Wind und Stürme sind jedoch erheblich größere Fluthöhen möglich.
Ebbe und Flut entstehen durch die Massenanziehungs- und Fliehkräfte der umeinander kreisenden Systeme Erde – Mond und Erde – Sonne. Stehen Erde, Mond und Sonne in einer Linie, was bei Voll- und Neumond der Fall ist, so addieren sich ihre Anziehungskräfte. Der Tidenhub ist dann besonders groß, man spricht von Springtiden. Bei zu- und abnehmendem Halbmond stehen Mond und Sonne in einem rechten Winkel zur Erde; die von ihnen auf die Erde ausgeübten gezeitenbewirkenden Kräfte schwächen sich gegenseitig ab. Der Tidenhub fällt dadurch geringer aus, so dass man von einer Nipptide spricht.
Zweimal täglich zieht sich das Meer zurück und legt einen Teil des Meeresbodens frei. Diese in ihrer Art ursprüngliche amphibische Landschaft wird Wattenmeer genannt. Es ist eine der letzten großen Naturlandschaften Westeuropas und erstreckt sich über ca. 450 Kilometer von Holland bis Dänemark.









