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Ein gemütlicher Sonntag im schönen Norden: Nach einem späten Frühstück genieße ich mit einer Tasse Kaffee den Blick vom Balkon in unseren Garten. Draußen verändern sich allmählich die Farben der Blätter an den Bäumen, der Wind weht in einer leichten Brise, die Sonne scheint hinter den weißen Wolken hervor. Man mag es kaum sagen, aber es ist fast Herbstanfang. Und Herbstzeit bedeutet für mich Apfelzeit – ok, ich esse das ganze Jahr über Äpfel, weil sie einfach mein Lieblingsobst sind, aber die frische Ernte hat in jedem Jahr ihren Reiz. Ich werde immer ein wenig wehmütig, dass wir keinen eigenen Apfelbaum haben… Und wie ich so vor mich hin grüble, kommt die Lust mal wieder zu backen. Warum dann nicht gleich einen schönen Apfelkuchen…? Gesagt, ge… nicht getan… Mit nur zwei Äpfel komme ich nicht weiter und was soll ich sonst auch Montag in der Mittagspause essen, wenn ich die beiden Äpfel zu Kuchen verarbeite?

Da das Wetter heute weder zu kalt noch zu warm ist, geht es gegen den Frust auf zu einer gemütlichen Radtour. Und dann, beim gemächlichen nach-Hause-Radeln, erblicke ich sie: schöne, vollbehangene Apfelbäume! Kurzzeitig denke ich, dass es eine Art Fata Morgana sein muss und ich jetzt schon anfange mir Apfelbäume einzubilden – aber nein, da sind wirklich Apfelbäume. Kein Zaun, keine Wache – nur eine Wiese mit Bäumen. Ich hatte schon davon gehört, dass es in Norden Streuobstwiesen gibt, habe mir darüber aber noch nie so recht Gedanken gemacht, wo die eigentlich sind. Und nun habe ich diesen „Schatz“ durch Zufall gefunden.

Ein Glück, dass ich mir schon vor langer Zeit angewöhnt habe, immer ein bis zwei Beutel in meiner Handtasche mitzuführen… und dass die Bäume nicht so hochgewachsen sind, so dass kleine Menschen wie ich auch leicht an das Obst kommen. Anstatt die gespritzten Äpfel im Supermarkt zu kaufen, kann ich diese in Norden nun ganz einfach selbst pflücken. Ungespritzt, gesund, lecker und kostenfrei – der Sonntag ist gerettet!

Wo findet man in Norden die Wiesen?

Insgesamt gibt es in der Stadt Norden derzeit neun Streuobstwiesen, die quer verteilt sind. Auf den Wiesen wurden Obstbäume gepflanzt, deren Früchte jedermann ernten darf. Von Norddeich bis zum Südring in Leegemoor prägen sie durch ihre Früchte und Blüten das Stadtbild und sind von jedem Standpunkt aus gut zu erreichen – mit dem Fahrrad, zu Fuß oder mit dem Auto. Wenn man schnell genug ist, dann kann man nicht nur Äpfel, sondern auch Birnen und Pflaumen pflücken, wofür man nur die richtige Jahreszeit und seine Hände braucht. Verteilt auf den neun Feldern wachsen 48 verschiedene Sorten Äpfel, 15 Sorten Birnen und vier Sorten Pflaumen. Unglaublich, oder?

Ein Erlebnis für die ganze Familie

Sich bei den verschiedenen Sorten durchzutesten ist ein tolles Geschmackserlebnis und nun weiß ich genau, welcher Baum mein Favorit ist. Keine Ahnung, wie die Sorte heißt – aber ich weiß ja jetzt, wo ich sie finde. Die Tatsache, dass ich die Äpfel direkt vom Baum auf meinen Kuchen gebracht und sie selbst ausgesucht habe, lässt ihn gleich viel besser schmecken. Ich kenne es noch aus meiner Kindheit, die großen Obstbäume auf dem Hof meiner Eltern. Erntezeit war immer ein Erlebnis pur! Gerade für Kinder ist das Pflücken der Äpfel etwas Spannendes und kann zu einem spaßigen Familienausflug in die Natur genutzt werden. Mit den Streuobstwiesen bietet sich diese Möglichkeit auch Familien, die nicht wie ich auf einem Bauernhof mit zahlreichen Obstbäumen aufgewachsen sind. Eine tolle Initiative. Die super Sortenvielfalt und der Spaßfaktor, der beim Pflücken entsteht, sind vollkommen kostenfrei. Hat man auf der einen Wiese keinen Erfolg, ist die nächste nicht weit weg. Es ist auf jeden Fall einen Versuch wert, denn selbstgepflückt schmeckt immer noch am besten!

Mein Rezept für einen schnellen Apfelkuchen:

  • 4 Eier
  • 250 gr Zucker
  • 125 gr Butter
  • 100 ml Milch
  • 3 TL Backpulver
  • 5 Äpfel
  • Ein paar Tropfen Vanillearoma

Zu allererst kümmere ich mich immer um die Äpfel. Was bringen der fertige Teig und ein warmer Ofen, wenn der Teig noch nicht belegt ist? Also die Äpfel kontrollieren und entweder schälen oder einfach nur entkernen und in Spalten schneiden. Eier und Zucker mischen und mit dem Rührgerät schaumig schlagen. Danach die Butter und die Milch heiß werden lassen, bis sie sich verbunden haben, die Flüssigkeit dann heiß zur Eier-Zucker-Masse geben. Das Mehl mit dem Backpulver mischen und Schrittweise gesiebt dazugeben und unterheben.

Der Teig kommt dann auf ein Backblech, wird mit den Apfelspalten belegt und bei 200 Grad mit Ober- und Unterhitze für 25 Minuten gebacken.

4 Kommentare

  • Moin meine Gute, das sind ja gute Nachrichten die wir als Zugezogene gerne aufgenommen haben. Holunder und Brombeeren haben wir schon verarbeitet. Aber Äpfel noch nicht. War heute Morgen im Verkehrsverein und habe nachgefragt. Die kannten den alten Plan von den Wiesen nicht, sie haben aber sofort im Rathaus angerufen. Die hatten aber erst nach einiger Zeit davon erfahren. Und die Mitarbeiterin sagte schaumal da ist ja noch das alte Logo drauf…… Ist ja auch schon länger her (2012) Sind heute ein paar Wge abgefahren aber nichts gefunden. Ausser das in den Jahren gebaut wurde. Also muß man den Standort der letzten Obstbäume wohl geheim halten. Danke für Ihre nette Geschichte.

    • Hallo Wolfgang, die Streuobstwiesen die in dem Artikel angegeben sind bestehen alle noch. Eine neue Broschüre dazu ist bei der Stadt Norden in Arbeit, dort stehen dann auch die Apfelsorten der Wiesen aufgeführt :). Du kannst im Rathaus gerne vor der nächsten „Apfelsaison“ noch einmal nachfragen :).

  • Dein Artikel ist sehr interessant nur leider fehlt beim Rezept die angegebene Menge Mehl.

    • Hallo Renate, du benötigst 300 Gramm Mehl. Danke für den Hinweis 🙂

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