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Kein schlechtes Wetter in Ostfriesland

Ich weiß nicht wie es Euch geht, aber ich liebe das Wetter hier oben an der Küste – mit all seinen Facetten. Sicherlich denkt Ihr jetzt: Wie jedes Wetter? Auch Regentage? Die Stürme? Ja! Es ist schwer zu erklären warum, ich glaube man muss es einfach mal erlebt haben. Aufgewachsen in NRW war Regen für mich immer etwas Deprimierendes. Alles wurde grau und trist. Das Haus verlassen? Nein danke, lieber mit einer heißen Schokolade unter der Decke verkriechen. Aber hier in Norden ist es irgendwie anders… irgendwie spannend. Ich glaube, wer sich hier bei dem Wetter einmal raustraut, den inneren Schweinehund überwindet und sich die Wetterspiele über dem Wattenmeer anschaut, der sieht Regen mit Anderen Augen.

Getreu dem Motto, es gibt kein falsches Wetter, nur falsche Kleidung sollte man hier unbedingt die Chance nutzen, auch bei Sturm und Regen den Blick über den Deich in Norddeich zu wagen. Bei mir bleibt der Regenschirm immer im Auto, ansonsten habe ich von dem guten Stück nicht mehr allzu viel. Die Wolkenspiele über dem Wattenmeer, die Pausen zwischen den Schauern, das kann man im Binnenland nicht erleben! Wenn man so auf dem Deich steht und die Macht des Wetters spürt, dann merkt man erst einmal wie klein wir Menschen doch sind. Und betrachten wir es mal ganz grundsätzlich: Es ist nur Wasser und trocken wird man auch wieder.

Mit der richtigen Ausstattung gibt es für mich kein schlechtes Wetter hier in Ostfriesland. Man muss sich nur den „Umständen“ anpassen 🙂

Sonnenuntergang nach dem Regen © Angelika Erdmann

Aber es muss ja auch nicht immer der Regensturm sein. Grade die sogenannte Nebensaison ist einfach wunderbar. Die Sonne zeigt sich immer wieder, die Wolken ziehen in Scharen am Himmel vorüber. Hinterm Deich kann man zeitweise schon im T-Shirt ein Eis oder den Kaffee genießen. Wenn ich dann meine dicke Jacke aus dem Auto hole und verwunderte – ja fast schon spöttische – Blicke zugeworfen bekomme, dann weiß man schon: Die waren noch nicht auf oder vor dem Deich. Sobald man den Schutzwall erklommen hat pfeift einem der Wind um die Ohren: Die frische Meeresluft, Sonnenstrahlen und den Strand fast für sich alleine – Ein Traum. Und ein wenig Genugtuung, wenn die blutigen Anfänger, zu denen ich vor langer Zeit auch mal gehört habe, sich schnell wieder hinter den Deich verkrümeln und die Jacken holen. Ich lege immer gerne eine kleine Pause auf dem Deich ein, genieße den weiten Blick und die steife Brise, bevor ich mich gegen den Wind stemme und einen Spaziergang am Strand und vor dem Deich mache.

Nach einigen Jahren hier oben habe ich immer mein kleines „Notfall-Kit“ in der Tasche. Wenn ich Besuch bekomme, dann werde ich oft belächelt: „Warum hast du eine Wollmütze und ein Tuch in der Tasche? Es ist doch warm und sonnig!“ Aber sind wir mal ehrlich: Sonnenbrille und Mütze sind bei uns keine ungewöhnliche Kombination. Einmal mit der zugereisten Familie im April einen Spaziergang bei schönen Wind vor dem Deich gemacht und schon wird man um die so ungewöhnliche Handtaschenausstattung beneidet. Meine Eltern sind nun beide stolze Besitzer einer Mütze mit der Aufschrift „Moin“ – die Souvenirläden hinter dem Deich haben ihnen den Spaziergang am Strand gerettet.

:-).

2 Kommentare

  • Das ist ja das schöne das man sich auf das Wetter in Norddeich nicht verlassen kann, ein Spaziergang im Regen kann auch lustig sein.

  • Genau,so sehe ich das auch!Außerdem fühle ich mich sehr wohl in Gummi/Ölzeug/Gummistiefel und alles was dazu gehört.Sind meine Lieblingsklamotten
    Deswegen sage ich auch,es gibt kein schlechtes Wetter für mich.

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