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Kraftorte: Ode an die Brücke

Brücken sind was Tolles. Sie verbinden – ein Feld mit dem anderen, Menschen miteinander, eine Perspektive auf etwas mit einer anderen. „Meine“ Brücke ist eigentlich nichts Besonderes. Man könnte sie bei genauerer Betrachtung sogar als ausgesprochen gewöhnlich bezeichnen. Vermutlich ist sie sicher so oder so ähnlich hundertfach im weiten Norderland zu finden – überall dort, wo kleine Straßen und Pfade das Schicksal von einem der vielen Wasserläufe kreuzen, die bei uns in Ostfriesland zur Entwässerung der grünen Wiesen und Felder dienen. Und dennoch hat genau diese eine Brücke über das Langhauser Tief bei Norden für mich etwas Magisches. Es ist fast täglich mein ganz persönlicher „Kraftort“, an dem ich zur Ruhe kommen und durchatmen kann.

Draußen in der Natur fühlt sich Friedhelm am wohlsten.

„Meine“ Brücke verbindet einen Teil meiner Runde mit meinem treuen Begleiter, einem Beagle-Basset Mix mit Namen Friedhelm, mit dem anderen. Und sie ist gleichzeitig der Wendepunkt für unsere regelmäßige Rundtour in die grüne Natur Ostfrieslands. Hier mache ich halt, verweile ich für ein paar Minuten, komme zur Ruhe. Die Beine baumeln dann für ein paar Augenblicke locker über dem stillen Wasser des Addingaster Tiefs, links und rechts raschelt das Gras und Getreide. Bei frischem Wind dreht ein nahes Windrad seine Kreise, aber auch das kann mich nicht stören. Ab und zu ziehen unter mir Stand-Up-Paddler vorüber, welche die ruhigen Seitenarme des Norder Tiefs für eine erste Annäherung an diese tolle Sportart nutzen. Sie müssen sich an meiner Brücke ducken, denn sie ist nicht sehr hoch. Ich grüße freundlich.

Eine tierische Auszeit kann man auf Tomtes Hof erleben – hier muss Friedhelm aber draußen bleiben.

Und hinter mir? Da meldet sich ab und zu mal eine Ziege, ein Esel oder ein Schwein zu Wort. Denn am Rande meiner Strecke liegt auch Tomtes Hof – ein Begegnungshof für Mensch und Tier, der grundsätzlich zwar immer einen Besuch wert ist, mir aber heute aufgrund meines eigenen tierischen Begleiters leider verschlossen bleiben muss. Ich verschiebe die Visite dort auf ein anderes Mal – und genieße die Aussicht. Am Horizont, ganz hinten, ist eine andere Brücke sichtbar. Auch sie bietet sicher tolle Ausblicke. Ich nehme mir vor, sie bei einem anderen Ausflug, an einem anderen Tag, einmal näher zu erkunden.

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