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Nordens letzte Giftmischerin

Moin, liebe Norder Historienfreunde! Schön, dass viele von Euch die letzte Story über Nordens Beziehung mit dem schwedischen Königshaus angeklickt und bis zum Schluss (!) gelesen haben.

Und da heißt es immer: „…bloß nicht so viel von Früher…“ au contraire!

Heute gehts, wie beim letzten Mal versprochen, um die letzten Stunden von „Nordens Giftmischerin Nr. 1“ – Ecke Ocken.

Ja, Ihr habt richtig gelesen. Bei uns in Ostfriesland ist „Ecke“ auch mal ein weiblicher Vorname und nicht nur das, was es beim Kreis nicht gibt und den Ellenbogen stößt.

Unsere „Ecke“ hat leider traurige Berühmtheit erlangt. Sie war die Letzte, die der damals blutrünstigen Norder Meute als Hinrichtungsopfer vorgeführt wurde.

Auf unserem romantisch schönen Norder Marktplatz befand sich in der Nähe des heutigen Standesamtes ein richtig häufig benutzter Henkersplatz und die damaligen Norder Einwohner machten sich einen „Heidenspaß“ und erfreuten sich an den öffentlichen Hinrichtungsevents wie heute die RTL Zuschauer an ner Formel 1 –Live-Übertragung aus Monaco… „Upps, mal schauen was heute wieder so passiert“.

Marktplatz Norden – Spherical Image – RICOH THETA

Im November vor 262 Jahren schleppte man Ecke in Fesseln auf den Markt und die johlende und singende Meute versuchte möglichst spektakuläre Blicke auf das Geschehen zu erhaschen. Einen Logenplatz hatte nachweislich ein Hausmädchen, dass aus dem heutigen „Radio Nordseewelle-Gebäude“ alle grausigen Details verfolgen konnte, da der Baumbestand damals noch nicht so dicht war. Mmmh, mal ganz ehrlich, will man sowas wirklich???

Eckes Eltern waren auch dabei. Doppelt bestraft, da das „Töchterchen“ doch Onkel und Tante Ocken „um die Ecke“ gebracht hatte.

Papa Ocken rief laut und fragend an die Tochter gerichtet: „Warum hast Du uns das angetan?“ (…übrigens bis heute eigentlich ziemlich ungeklärt)

Worauf „Ockchen Junior“ geantwortet haben soll ( Zitat im ostfriesischen Original: „Vader, Vader, waarum harr ji mi nich beter lehrt?“ ) – sinngemäß übersetzt „Papa, warum hast Du mich nicht besser erzogen?“.

Naja, in der heutigen Zeit hätte das Mädchen vielleicht „Mildernde Umstände“ mit so ner Äußerung bekommen und ein „Sozpäd“ hätte Elternhaus, die schwere Kindheit und …. überhaupt mit ins Spiel gebracht.

Ecke war allerdings nach der Veranstaltung am 27.November 1755 sprichwörtlich „nen Kopf kürzer“ und die Norder hatten sich wieder tagelang was zu erzählen.

Das Schwert mit dem die Arme geköpft wurde, lag lange Zeit im Alten Rathaus, heute bekannt als Ostfriesisches Teemuseum. …und man erzählt sich, dass die Wärter manchmal bei ihrem Rundgang Gänsehaut bekamen, weil das Eisen des Nachts klingende Geräusche von sich gegeben hat…

…aber wenn Ihr noch mehr Unheimliches aus dem Norderland wollt, solltet Ihr noch ein bisschen warten – smiley. Es gibt da viiiiiiel zu berichten!

4 Kommentare

  • Liebe Ilona
    Das war eine tolle Geschichte, ich denke mir das es hoffentlich nicht die letzte war.
    Liebe Grüße aus dem Siegerland von Elvi und Henner

  • Moin Ilona
    Danke für die schöne Geschichte und auf viele die hoffentlich noch folgen werden.
    Liebe Grüße an die Nordlichter aus dem Siegerland
    Elvi und Henner

  • danke wieder mal aus meiner alten Heimat. In norden geboren, jetzt in köln. Viele Grüße

    • Hallo nach Köln, na, dann wird`s doch sicher auch mal wieder Zeit für einen kleinen Besuch in der alten Heimat? Diesmal auf Spurensuche und auf den historischen Pfaden von Ecke Ocken und Katharina von Wasa :-).
      Schon mal was von unserem Warzenstein gehört? Sonnige Grüße aus Norden-Norddeich, LG Ilona

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