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Wenn der „Blanke Hans“ zur Wartung muss

Gegenwind: Ostfrieslands berühmt-berüchtigte Touristenattraktion kommt auf den Prüfstand

Geliebt, genutzt, gefürchtet: kaum ein Phänomen sorgt unter Radfahrern, Surfern und Skatern für so viel Gesprächsstoff, wie der betont wankelmütige ostfriesische Gegenwind. Ab Anfang April kommt die berühmt-berüchtigte Touristenattraktion im Nordseeheilbad Norden-Norddeich auf den Prüfstand.

Egal ob Nord, Süd, West oder Ost – irgendwann spürt ihn hier jeder im Gesicht: den manchmal milden, vor allem aber scheinbar allgegenwärtigen „Hauch“ des ostfriesischen Gegenwinds. Nicht nur für Radler eine echte Herausforderung, ist er für die große Mehrheit der Ostfriesland-Urlauber längst zu einem wichtigen Teil des Erlebnisses Nordsee geworden. Und auf diesen mag man nur ungern verzichten: Wenn die Natur eine Pause einlegt, sorgen in Norden-Norddeich deshalb regelmäßig Turbinenanlagen für den richtigen Dreh zwischen Deich und Wattenmeer.

hero-01„Während die ganze Küste von den Plänen für unsere neue Wasserkante spricht, tut unsere Gegenwind-Anlage bereits seit Jahren heimlich, effizient und leise ihren Dienst“, verrät Kurdirektor Armin Korok. Zehn sogenannte Kurbelwellen-Langstreckenturbinen stehen dazu jederzeit in Norddeich bereit, um an lauen Tagen für eine belebend frische Brise zu sorgen. „Das Verfahren ist technisch hochkomplex, fußt aber auf dem inzwischen gut erforschten Prinzip eines Strömungskanals“, erklärt Helmut Cramer, Leiter Asset Management bei den Norder Stadtwerken.

Ostfrieslands „Blanker Hans“ also nur ein fauler Zauber? Armin Korok widerspricht: „Unsere in den kommenden Wochen zu Wartungszwecken abzuschaltenden Anlagen greifen nur dann ein, wenn die Kraft der Natur für die sturmerprobten Norddeicher Feriengäste nicht stark genug ist.“ Bis voraussichtlich Mitte Mai müssen diese nun auf „Wind nach Gusto“ in Ostfrieslands nordwestlichster Gemeinde verzichten: im Rahmen der umfassenden Revision wird die gesamte Anlage in dieser Zeit einer eingehenden routinemäßigen Überprüfung unterzogen.

Von „Da fliegt man ja an der wunderschönen ostfriesischen Landschaft viel zu schnell vorbei!“ über „Endlich eine Gelegenheit, die hohen Gänge zu entrosten“ bis zu „Schade – jetzt muss ich wohl doch mal zum Friseur“ reichten entsprechend die teils enttäuschten ersten Kommentare der windverwöhnten Norddeicher. Pünktlich zum neuen Radsportevent „Gegen den Wind“ (www.gegen-den-wind.net) am letzten Maiwochenende, bei dem Radprofis und Freizeitradler gleichermaßen ihr Können auf einer rund 20 Kilometer langen Strecke zwischen Greetsiel und Norddeich beweisen können, sollen die aufwändigen Maschinen im Untergeschoss des Norddeicher Ocean Waves wieder anlaufen, verspricht Armin Korok.

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