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Wie das Knäckebrot wahrscheinlich nach Ostfriesland kam

Katharina von Wasa, Prinzessin von Schweden… nee – keine Angst wir befinden uns nicht in der bunten Welt der Yellow Press. Unsere Reise in die Welt des Adels und seiner Beziehung zu Norden beginnt viel früher.

Wenn man über das alte Kopfsteinpflaster auf dem Marktplatz Richtung Kirche geht, fällt` s einem nicht leicht zu glauben, was sich vor 500 Jahren in Norden so zugetragen hat und welche Auswirkungen das Ganze auf die europäischen Königshäuser hatte…

Im Langschiff von „Ludgeri“  machen die meisten Gäste ein Foto vom hochgelegenen Holzgestühl dem „Fürstenstuhl“und wundern sich vielleicht noch über das schwedische Wappen im Giebel, aber…
… so `ne kleine Stadt und so ein Skandal!

Okay, ich fang` jetzt mal an:
Seitensprünge gab`s ja schon immer und wird`s wohl auch immer geben. „Vor der Ehe“? Naja, heute kein Problem, aber damals?

Ostfriesland liegt bekanntlich an der Küste und das war für die Schweden damals gaaaanz wichtig.

Die hatten zwar jede Menge Schnee, Steine, Birken und sicher auch viel Mücken im Sommer, aber keinen Zugang zur Nordsee.

Unser Norder Graf Edzard wurde deshalb als „Schwiegersohn-Aspirant“ vom „ollen“ König Gustav von Schweden „auf` s Korn“ genommen und für so richtig interessant befunden. Und das, obwohl er sich das „Fürst-Sein“ auch noch mit seinem Bruder Johann teilen musste und eigentlich im Verhältnis zu anderen Heiratskandidaten arm wie `ne Kirchenmaus war. Aber Wasserzugang is für „Königs“ nun mal wichtig!

Es wurde verhandelt und „das Goldene Blatt“ und die „Neue Revue“ hätten sicher heutzutage jede Menge Paparazzi nach Norden geschickt um Fotos von Edzard und seiner „Meschpoke“ zu schießen. Unter viel Aufwand, Gefolge und Bremborium ging`s zur Hochzeit nach Stockholm. Edzard heiratet unter Beteiligung des europäischen Hochadels seine „Kathy“ und alles hätt` so schön sein können, wenn, …

… tja, wenn Brüderchen Johann nicht ein Techtelmechtel mit der jüngeren Schwester Cäcilie Wasa angefangen hätte.
Das ging wohl auch `ne Weile gut mit dem „fensterln“, aber dann wurden die beiden Inflagranti erwischt. Skandal!!! Cäcilie bekommt mit „Papa Wasa“ ordentlich Ärger, Norden richtig diplomatischen Stunk mit Schweden und der liebeskranke Johann wandert sprichwörtlich ( bei Wasser und Knäckebrot – hihi! ) hinter „schwedische Gardinen“.

Katharina von Wasa, fotografiert in der Manningaburg Pewsum.

Ja, man drohte ihm ernsthaft, ihn `nen Kopf kürzer zu machen und seine Flehbriefe aus der „Green Mile“- Stockholm sind heute noch nachlesbar – wirklich tränenreiche Kost.

„Mama Cirksena“, von Anfang an nicht wirklich glücklich über die Ostfriesich-Schwedische Alliance, schimpft: Aaaallllleeeessss Lutheraner! Setzt aber sofort sämtliche Hebel in Bewegung und lässt nun Ihre verwandtschaftlichen Beziehungen spielen. So kommt es letztlich dazu, dass sich Königin Elisabeth die Erste von England (!) für unseren armen Norder „Knast-Ostfriesen“ stark macht.

„Lisbeth“ kann Papa Wasa erfolgreich beschwichtigen. Johann behält seinen Kopf, soll allerdings ein anderes wichtiges Körperteil eingebüßt haben – er blieb jedenfalls sein Leben lang kinderlos.

Gott sei Dank erging` s Edzard und seiner Kathy da besser: die beiden hatten elf Kinder, lebten glücklich im Norder Land und die Familie hatte ihren eigenen Platz in der Norder Ludgerikirche – den sogenannten Fürstenstuhl.

Ich wette mit Euch, dass Ihr diese fürstlichen Sitzgelegenheiten in unserer schönen Kirche nach der kleinen Skandalstory mit ganz anderen Augen seht.
Die Menschen, die da gesessen haben, schrieben einen kurzen Moment Weltgeschichte. Das is doch was, oder?

Beim nächsten Mal erzähl ich Euch, wenn Ihr wollt, was von Nordens dunkler Seite und warum man der armen Ekke Okken auf dem Norder Marktplatz den Strick um den Hals legte…

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